WiKo Bremen

WiKo Bremen oder: Wir sind jetzt Teil des nationalen Artenhilfsprogramms!

Gemeinsam mit dem BUND Bremen haben wir das Projekt „Kooperativer Wiesenvogelschutz in Bremen und umliegenden niedersächsischen Grünlandgebieten“ – kurz WiKo Bremen – ins Lebens gerufen.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Stiftung NordWest Natur im Natur- und Wiesenvogelschutz aktiv. Durch die Verbesserung von Lebensräumen konnten viele Habitate von Tier- und Pflanzenarten verbessert werden. Besonders im Fokus dieser Arbeit stehen Wachtelkönig und Bekassine. Beide Vogelarten sind in Deutschland inzwischen vom Aussterben bedroht.

In dem 2025 gestarteten Projekt "WiKo Bremen" geht es darum, bestehende Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln und erstmals auch auf das niedersächsische Umland auszuweiten. Viele landwirtschaftliche Betriebe im niedersächisch-bremischen Grenzbereich arbeiten ohnehin in beiden Bundesländern - auf Grundlage des WiKo ist dieses nun auch im Wiesenvogelschutz möglich

Ein wichtiger Baustein des Projekts ist das Netzwerk zwischen Naturschutz und Landwirtschaft in der Region. Bereits bestehende Kontakte und Verbindungen werden über das Projekt gestärkt und verfestigt. Durch den Ansatz einer engen, auf Freiwilligkeit beruhenden Zusammenarbeit und einem zusätzlichen Schwerpunkt auf Schutzmaßnahmen im Grünland versteht sich das „WiKo Bremen“ als vorbildliches Modell für den Wiesenvogelschutz in Nordwestdeutschland.

In den einzelnen Teilgebieten des Projekts werden im Wiesenvogelschutz verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Neben Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel und Brachvogel stehen auch Löffelente, Knäkente und Sumpfohreule im Fokus der Schutzmaßnahmen. „WiKo Bremen" setzt dabei auch auf den innovativen Einsatz von Wärmebilddrohnen, um insbesondere versteckt brütende Vögel aufzuspüren – eine Methode, die bundesweit bislang noch in den Kinderschuhen steckt. 

Nationales Artenhilfsprogramm

Das Projekt „WiKo Bremen“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz im nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Im Rahmen des nAHP können verschiedene Vorhabentypen gefördert werden, wobei der Fokus auf Arten gelegt wird, die vom Ausbau der erneuerbaren Energien betroffen sind. Ziel des Programms ist der langfristige Schutz dieser Arten und der für sie überlebenswichtigen Lebensräume. Alle Projekte werden in sogenannten Projektsteckbriefen auf der Webseite des Bundesamtes für Naturschutz beschrieben. Hier geht es zum Projektsteckbrief vom WiKo Bremen.

Einblicke in den Wachtelkönig-Schutz

Zum Schutz des Wachtelkönigs werden im "WiKo Bremen" hochmoderne Wärmebilddrohnen eingesetzt, um die gut versteckten Nester zu finden. Der Einsatz dieser technischen Hilfsmittel ist die einzige Möglichkeit, um die Bruten dieser heimlich lebenden Vogelart zu entdecken. Anders als in der Vergangenheit können die Schutzzonen im Grünland nun auf die genaue Lage der Nester abgestimmt werden. Dies ermöglicht eine Bewirtschaftung der Grünlandflächen bei gleichzeitigem Schutz des Wachtelkönigs und seiner Brut. Ein Meilenstein für die Einvernehmlichkeit von Landwirtschaft und Naturschutz! 

 

Unser Projektziel

Das Ziel des Projektes ist in erster Linie die Zunahme der vorkommenden Wiesenbrüter. Zusätzlich soll das Thema „Wiesenvogelschutz“ wieder zu einem festen Bestandteil landwirtschaftlichen Denkens werden und entsprechende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen. Über die Vernetzung mit anderen Wiesenvogelschutzprojekten wollen wir unsere Erfahrungen teilen und gleichzeitig dazulernen.

Entscheidend für den Erfolg von „WiKo Bremen“ ist die enge Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerschaft. In dieser Partnerschaft sind schon viele praxisnahe Schutzmaßnahmen entstanden, die zeigen: Artenschutz und Landwirtschaft gehören zusammen und können Hand in Hand gehen. Seit über 20 Jahren engagiert sich auch unser Projektpartner, der BUND Bremen, gemeinsam mit ortsansässigen Landwirt*innen für den Schutz unserer Wiesenvögel. Damals entstand das Konzept des „Kooperativen Wiesenvogelschutzes“, das bis heute erfolgreich in bremischen Schutzgebieten umgesetzt wird. Mehr Informationen zur Historie des Wiesenvogelschutzes gibt es bei unserem Partner, dem BUND Bremen.

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